Dorfgeschichte in bunten Farben

Dudenhofen: Künstlergruppe um Renate Groß-Rollar hat mehr als 50 Stromkästen bemalt - Aktion kurz vor dem Abschluss

 

Im Rahmen der Aktion " Die Pfalz malt für den Dom " verschönert die Dudenhofenerin Renate Groß-Rollar mit einer kleinen Gruppe nun seit September 2010 die Stromkästen in Dudenhofen. Das Projekt verlief erfolgreicher als gedacht - kurz vor Ende der Aktion hat die Gruppe statt 40 Kästen sogar schon über 50 bemalt.

"Zum Malen interessiert mich alles, was alt ist, sagt Groß-Rollar. Sie konzentriert sich auf historische Motive . Zuletzt arbeitete sie an dem Stromkasten in der Carl-Zimmermann-Straße, an der Ecke der Pizzeria Fontanella. Früher hätte es dort einen Bahnhof gegeben, den bilde die Künstlerin nun auf einem Stromkasten ab. Am Adenauerplatz ließ Groß-Rollar das abgerissene Schulhaus durch ihr Werk auf einem Stromkasten wieder lebendig werden.

Die Informationen über Dudenhofens ehemalige Gebäude habe sie von Bürgermeister Peter Eberhard erhalten, der ihr Broschüren gab. Sie selbst wohne nämlich erst seit drei Jahren in dem Ort. "Gemalt habe ich schon immer, aber erst seit dreißig Jahren mache ich das sehr intensiv", sagt Groß-Rollar. Sie ist Dozentin an der Volkshochschule Speyer und besucht Kurse auch andere Akademien in Deutschland. Gemeinsam mit ihrer Gruppe "groß-ART-ig" aus der Volkshochschule engagiert sich die 71-Jährige nun noch bis Ende dieses Monats für den Dom und das Erscheinungsbild des Spargeldorfs. "Vor einiger Zeit habe ich bei der Verschönerung der Stromkästen in Landau geholfen. Als die Volkshochschule aufgrund der Aktion für den Dom eine Anfrage erhielt, wollte ich diese Idee auch in meinem Wohnort umsetzen", berichtet Groß-Rollar.

Zu zwölft habe "groß-ART-ig" nun schon mit mehr als zwanzig Litern mehr als 50 Kästen bemalt. "Anfangs waren nur 40 geplant, aber es hat uns Freude gemacht, darum ging es weiter",erläutert sie. Außerdem schätzten die Bewohner den Aufwand und das Engagement der Künstler-Truppe sehr: "Es ist interessant, jeden Tag zu sehen, wie weit sie nun mit dem Bild ist", sagt eine Passantin, die gerade mit einer Tüte vom Bäcker vorbeikommt und die Entwicklung des Gemäldes Tag für Tag verfolgt. "Über solche Reaktionen freue ich mich natürlich sehr",sagt die 71-Jährige. Die Arbeit ist dabei sehr wetterabhängig, deshalb gab es manchmal auch größere Unterbrechungen, "normalerweise brauche ich um die fünf Tage für ein  Gemälde, wenn ich jeden Tag ein paar Stunden male", sagt die Dudenhofenerin. 

Finanziert wurde das Projekt durch die Verbandsgemeinde Dudenhofen und einige Spenden von ortsansässigen Firmen. "Während wir malen , haben wir auch eine Spendenbox dabei , in die Passanten  hin und wieder etwas hineinwerfen",sagt die Künstlerin. Die Resonanz sei wirklich toll, Anwohner riefen sie sogar mit Ideen für Motive an und lobten ihre Arbeit."Besser hätte es nicht laufen können" - so bewertet die Malerin nach elf Monaten Arbeit das Projekt im Spargeldorf. Ende des Monats  will sie dann Kassensturz machen und die übrig gebliebenen Spenden an den Dombauverein weitergeben.

 

- Die RHEINPFALZ-